Modelle im Check · 10 Minuten
Kia EV3 im Check: Standard Range oder Long Range?
Der Kia EV3 sieht mit beiden Akkus fast gleich aus und beide Versionen haben dieselbe Leistung. Der Preisunterschied beträgt 5.400 Euro. Reicht der kleine Akku oder lohnt sich der Aufpreis?

Passendes Fahrzeug
Das Fahrzeug
im Detail.
Im Modellcheck geht es um diese konkrete Vergleichsvariante. Auf der Fahrzeugseite findest Du Daten, Alternativen und die Voltwärts Einordnung auf einen Blick.
Die kurze Antwort: Welcher Kia EV3 passt zu Dir?
| Dein Alltag | Unsere Empfehlung | Warum? |
|---|---|---|
| Arbeitsweg, Stadt und Laden zu Hause | 58,3 kWh | Günstiger und für normale Tagesstrecken meist völlig ausreichend |
| Selten mehr als 250 Kilometer am Stück | 58,3 kWh | Der kleinere Akku bietet genug Puffer und spart 5.400 Euro |
| Regelmäßig Autobahn und Urlaubsfahrten | 81,4 kWh | Mehr Reichweite und weniger Ladestopps |
| Der EV3 ist Dein einziges Auto | 81,4 kWh | Der größere Akku ist flexibler für spontane lange Fahrten |
| Du kannst weder zu Hause noch bei der Arbeit laden | Eher 81,4 kWh | Du musst seltener eine Ladesäule suchen |
| Du willst Allrad | 81,4 kWh | Allrad gibt es nur mit dem großen Akku |
Unsere einfache Empfehlung:
- ✓ Der Kia EV3 mit 58,3 kWh ist der bessere Preis-Leistungs-Tipp für den normalen Alltag.
- ✓ Der Kia EV3 mit 81,4 kWh ist die entspanntere Wahl für häufige lange Strecken.
- ✓ Allrad und GT-Line lohnen sich nur, wenn Du diese Extras wirklich willst.
Kia EV3: Die beiden Akkus im direkten Vergleich
| Merkmal | EV3 Air 58,3 kWh | EV3 Air 81,4 kWh |
|---|---|---|
| Listenpreis ab | 35.990 Euro | 41.390 Euro |
| Akku | 58,3 kWh | 81,4 kWh |
| Leistung | 150 kW, 204 PS | 150 kW, 204 PS |
| Antrieb | Vorderrad | Vorderrad |
| Offizielle Reichweite bis zu | 438 km | 608 km |
| Preisunterschied | – | 5.400 Euro |
Die Werte stammen aus der aktuellen deutschen Kia-Modellübersicht. Ausstattung, Räder, Wetter und Tempo verändern die Reichweite.
WLTP ist ein genormter Labortest. Er hilft beim Vergleichen. Er verspricht aber nicht, dass Du diese Strecke bei jeder Fahrt schaffst.
Was bekommst Du für 5.400 Euro Aufpreis?
Der große Akku speichert 23,1 kWh mehr Strom. Das sind rund 40 Prozent mehr Akku.
Die offizielle Reichweite steigt in der Ausstattung Air von bis zu 438 auf bis zu 608 Kilometer. Das sind bis zu 170 Kilometer mehr.
Der Aufpreis von 5.400 Euro bedeutet:
| Rechnung | Ergebnis |
|---|---|
| Mehrpreis | 5.400 Euro |
| Zusätzliche Akkukapazität | 23,1 kWh |
| Aufpreis je zusätzlicher kWh Akku | rund 234 Euro |
| Zusätzliche offizielle Reichweite | bis zu 170 km |
Wichtig: Der größere Akku spart nicht automatisch Stromkosten. Beide Autos brauchen ähnlich viel Energie pro 100 Kilometer. Du bezahlst vor allem für mehr Reichweite und mehr Freiheit auf langen Fahrten.
Fährst Du nur zweimal im Jahr in den Urlaub, sind zusätzliche Ladestopps oft günstiger als 5.400 Euro Aufpreis.
Reicht der kleine Akku im echten Alltag?
Für viele Menschen: ja.
Der ADAC hat den EV3 mit 58,3-kWh-Akku getestet. Im Test kam das Auto 384 Kilometer weit. Der gemessene Verbrauch lag bei 17,1 kWh je 100 Kilometer. Darin waren die Ladeverluste bereits enthalten.
Das ist deutlich weniger als der beste Laborwert. Für einen Arbeitsweg von 50 Kilometern am Tag ist es trotzdem viel.
Ein einfaches Beispiel:
- ✓ Du fährst täglich 50 Kilometer.
- ✓ Fünf Arbeitstage ergeben 250 Kilometer.
- ✓ Selbst mit etwas Reserve musst Du nicht zwingend jeden Tag laden.
Kannst Du zu Hause oder bei der Arbeit laden, reicht der kleine Akku für diesen Alltag meist locker.
Mehr zur Reichweite bei Kälte, Autobahn und Heizung findest Du im Voltwärts Ratgeber zur E-Auto-Reichweite.
Wann lohnt sich der große Akku?
Der 81,4-kWh-Akku passt besser, wenn Du häufig lange Strecken fährst.
Er ist auch sinnvoll, wenn Du nicht regelmäßig laden kannst. Dann verschafft Dir der größere Akku mehr Zeit zwischen zwei Ladestopps.
Aber plane im Winter nicht mit 608 Kilometern.
Der ADAC prüfte den EV3 mit großem Akku in einem besonders harten Winter-Autobahntest. Das Auto schaffte dort 350 Kilometer. Der Verbrauch lag bei 24,2 kWh je 100 Kilometer.
Das war kein normaler Stadt- oder Sommerbetrieb. Der Test zeigt bewusst eine schwierige lange Winterfahrt. Trotzdem ist er wichtig. Er zeigt, wie stark Kälte und Autobahntempo die Reichweite drücken können.
Die klare Regel lautet:
Wenn Du im Winter regelmäßig 300 Kilometer oder mehr am Stück fahren willst, bietet der große Akku den besseren Puffer.
Wie schnell lädt der Kia EV3?
Der EV3 arbeitet mit einem 400-Volt-System. Andere Kia-Modelle wie der EV6 nutzen 800 Volt und können schneller laden.
Das bedeutet nicht, dass der EV3 schlecht lädt. Er gehört aber nicht zur absoluten Schnelllade-Spitze.
Beim kleinen Akku maß der ADAC:
- ✓ knapp 100 kW höchste Ladeleistung,
- ✓ 89 kW im Durchschnitt,
- ✓ 29 Minuten Ladezeit,
- ✓ rund 274 Kilometer nachgeladene Reichweite in 30 Minuten.
Beim großen Akku erreichte der EV3 im Wintertest 127 kW. In 20 Minuten kamen 169 Kilometer Testreichweite hinzu.
Die echte Ladegeschwindigkeit hängt von Akku-Temperatur, Ladestand, Wetter und Ladesäule ab. Kia weist für die aktuelle Baureihe darauf hin, dass für die maximale Leistung eine DC-Säule mit mindestens 128 kW nötig ist.
Für die Reise ist nicht nur eine hohe Spitzenzahl wichtig. Entscheidend ist, wie lange das Auto schnell lädt.
Wie viel Platz bietet der Kia EV3?
Der EV3 ist 4,30 Meter lang. Damit ist er kürzer als viele große Elektro-SUVs. Innen nutzt er den Platz gut.
Laut Kia fasst der Kofferraum 460 Liter. Der ADAC kam mit seiner eigenen Messmethode auf 420 Liter. Beide Zahlen können richtig sein, weil unterschiedlich gemessen wird.
Unter der vorderen Haube gibt es zusätzlich einen kleinen Kofferraum mit 25 Litern. Dort passt zum Beispiel das Ladekabel hinein.
Menschen bis etwa 1,90 Meter haben laut ADAC vorne und hinten gut Platz. Drei Erwachsene nebeneinander werden auf der Rückbank aber eng.
Der echte Nachteil beim Einladen ist die hohe Ladekante. Schwere Kisten, ein Kinderwagen oder eine Hundebox müssen weit angehoben werden.
Nimm Deine echten Sachen zur Probefahrt mit. Die Voltwärts Checkliste zur E-Auto-Probefahrt hilft Dir dabei.
Air, Earth oder GT-Line: Welche Ausstattung ist sinnvoll?
Kia bietet den normalen EV3 aktuell in mehreren Linien an.
| Variante | Aktueller Preis ab | Einfache Einordnung |
|---|---|---|
| 58,3 kWh Air | 35.990 Euro | Günstigster Einstieg |
| 58,3 kWh Earth | 38.290 Euro | Mehr Ausstattung, weiter kleiner Akku |
| 81,4 kWh Air | 41.390 Euro | Großer Akku zum niedrigsten Preis |
| 81,4 kWh Earth | 43.690 Euro | Gute Mitte für Komfort und Reichweite |
| 81,4 kWh GT-Line | 48.690 Euro | Sportlichere Optik und mehr Ausstattung |
| 81,4 kWh Allrad Earth | 46.880 Euro | Für Menschen, die Allrad wirklich brauchen |
Für viele Käufer ist Air ausreichend. Earth ist die bequemere Mitte. Die GT-Line solltest Du nur wählen, wenn Dir ihre Ausstattung wirklich wichtig ist.
Der wichtigste Punkt ist: Vergleiche nie nur die Monatsrate. Lass Dir den vollständigen Endpreis mit Farbe, Rädern, Paketen, Überführung und Zulassung zeigen.
Allrad bringt mehr Leistung und Traktion. Für einen normalen Arbeitsweg brauchst Du ihn meistens nicht. Gute Winterreifen bleiben auch mit Allrad wichtig.
Die echten Nachteile des Kia EV3
Die Ladeleistung ist gut, aber nicht führend
Der EV3 lädt ordentlich. Ein 800-Volt-Auto kann auf langen Strecken aber schneller sein.
Die große Batterie kostet deutlich mehr
5.400 Euro sind viel Geld. Wer selten lange fährt, kauft damit vielleicht Reichweite, die kaum genutzt wird.
Die Winterreichweite liegt klar unter dem Laborwert
Der harte ADAC-Wintertest zeigte 350 Kilometer mit dem großen Akku. Wer viel Autobahn fährt, braucht einen ehrlichen Puffer.
Die Ladekante ist hoch
Schwere Gegenstände lassen sich dadurch schlechter einladen.
Drei Personen hinten sitzen eng
Für zwei Erwachsene oder Kinder ist die Rückbank gut. Für drei Erwachsene fehlt Breite.
Einige Assistenten können nerven
Der ADAC kritisiert unter anderem die aufmerksame Fahrerüberwachung. Prüfe bei der Probefahrt, ob Dich die Hinweise stören und wie einfach sie sich bedienen lassen.
Es gibt keine adaptive Federung
Das Fahrwerk ist komfortabel. Es lässt sich aber nicht wie bei manchen teureren Autos elektronisch verstellen.
Welche Alternativen solltest Du vergleichen?
Škoda Elroq
Der Elroq bietet ebenfalls zwei wichtige Akku-Größen und einen praktischen Innenraum. Unser Škoda-Elroq-Vergleich zeigt, wann der Elroq 60 oder 85 sinnvoll ist.
VW ID.3 und Cupra Born
Beide sind etwas weniger SUV. Sie können passen, wenn Du ein kompaktes Auto mit guter Alltagstauglichkeit suchst.
Volvo EX30
Der EX30 ist außen kleiner und wirkt innen einfacher. Prüfe besonders Platz, Bedienung und Kofferraum.
Renault Mégane E-Tech Electric
Der Renault fährt sich kompakt und angenehm. Vergleiche Reichweite, Ladeleistung und den vollständigen Endpreis.
Nutze den Voltwärts Fahrzeugvergleich, um Deine Favoriten nebeneinander zu stellen. Wenn Du noch kein Modell gewählt hast, starte mit dem Voltwärts E-Auto-Finder.
Die Fünf-Fragen-Entscheidung
Beantworte vor der Bestellung diese Fragen:
- Fahre ich mindestens einmal im Monat mehr als 250 Kilometer am Stück?
- Kann ich zu Hause oder bei der Arbeit laden?
- Ist der EV3 mein einziges Auto für Urlaub und Familie?
- Brauche ich Allrad wirklich?
- Ist mir der größere Akku 5.400 Euro wert?
Wenn Du die ersten drei Fragen meistens mit Nein beantwortest, reicht der kleine Akku wahrscheinlich aus.
Wenn Du häufig weit fährst, nicht regelmäßig laden kannst oder nur ein Auto besitzt, ist der große Akku die sicherere Wahl.
Fazit: Der kleine Akku ist der Preis-Tipp, der große der Reise-Tipp
Der Kia EV3 ist ein praktisches Elektroauto mit viel Platz für seine Größe. Beide Frontantriebe haben 204 PS. Du musst also nicht den großen Akku kaufen, um mehr Motorleistung zu bekommen.
Der EV3 mit 58,3 kWh ist für Arbeitsweg, Stadt und normale Tagesfahrten die vernünftige Wahl. Im ADAC-Test schaffte er 384 Kilometer. Das reicht für viele Menschen.
Der EV3 mit 81,4 kWh kostet 5.400 Euro mehr. Dafür bekommst Du deutlich mehr Reichweite und weniger Stress auf langen Fahrten.
Kaufe nicht automatisch die größte Zahl. Kaufe den Akku, der zu Deinem echten Alltag passt.
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Quellen und Prüfstand
Redaktionell geprüft am 30.09.2026. Preise, Modellvarianten und Verfügbarkeiten können sich ändern.