Modelle im Check · 12 Minuten
Ford Explorer Elektro im Check: Standard oder Extended Range?
Der elektrische Ford Explorer startet bei 39.900 Euro. Das klingt für ein Familien-SUV erst einmal interessant. Doch genau hier beginnt die schwierige Entscheidung: Der günstigere Explorer hat 58 kWh nutzbare Batteriekapazität. Die Extended-Range-Version mit Hinterradantrieb hat 79 kWh und kostet mindestens 48.900 Euro. Das sind 9.000 Euro Unterschied.

Die kurze Antwort: Welcher Ford Explorer passt zu Dir?
Wer zu klein kauft, ärgert sich vielleicht auf jeder Urlaubsfahrt. Wer den großen Akku nimmt, obwohl das Auto fast nur zur Arbeit fährt, gibt möglicherweise mehrere tausend Euro unnötig aus.
| Dein Alltag | Sinnvolle Version | Warum? |
|---|---|---|
| Arbeitsweg, Stadt und Laden zu Hause | Standard Range Style | Niedrigster Preis und genug Reichweite für normale Tagesstrecken |
| Einziges Auto der Familie und regelmäßige Langstrecke | Extended Range Select mit Hinterradantrieb | Größter Reichweitenpuffer und schnelleres DC-Laden |
| Wohnwagen, schwerer Anhänger oder Allrad ausdrücklich gewünscht | Extended Range Select mit Allrad | Höhere Anhängelast, viel Leistung und mehr Traktion |
| Viel Komfort ist wichtiger als der günstigste Preis | Premium prüfen | Mehr Ausstattung, aber deutlich höherer Endpreis |
| Du fährst fast nie weiter als 200 Kilometer | Standard Range | Der große Akku wird wahrscheinlich selten gebraucht |
Unsere einfache Empfehlung:
- ✓ Der Standard Range Style ist der Preis-Tipp.
- ✓ Der Extended Range Select mit Hinterradantrieb ist der beste Allrounder für Familien und Langstrecken.
- ✓ Der Allradantrieb lohnt sich vor allem für hohe Anhängelast oder einen echten Allradbedarf.
- ✓ Die teureren Premium-Versionen solltest Du nur wählen, wenn Du deren Ausstattung wirklich möchtest.
Ford Explorer: aktuelle Varianten und Preise
Die folgende Tabelle zeigt die wichtigsten aktuell angebotenen Kombinationen. Grundlage sind die deutsche Ford-Preisliste vom 13. Juli 2026 und die technischen Daten, die am 4. Oktober 2026 abrufbar waren.
| Variante | Nutzbarer Akku | Leistung | Antrieb | Preis ab | WLTP-Reichweite | DC-Laden 10 bis 80 % |
|---|---|---|---|---|---|---|
| Style Standard Range | 58 kWh | 140 kW / 190 PS | Hinterrad | 39.900 Euro | 410 bis 444 km | 26 Min., bis 105 kW |
| Select Extended Range | 79 kWh | 210 kW / 286 PS | Hinterrad | 48.900 Euro | 564 bis 602 km | 29 Min., bis 183 kW |
| Select Extended Range | 77 kWh | 250 kW / 340 PS | Allrad | 52.900 Euro | 510 bis 553 km | 27 Min., bis 185 kW |
| Premium Standard Range | 58 kWh | 140 kW / 190 PS | Hinterrad | 46.900 Euro | 410 bis 417 km | 26 Min., bis 105 kW |
| Premium Extended Range | 79 kWh | 210 kW / 286 PS | Hinterrad | 52.900 Euro | 564 bis 572 km | 28 Min., bis 183 kW |
| Premium Extended Range | 77 kWh | 250 kW / 340 PS | Allrad | 56.900 Euro | 510 bis 519 km | 27 Min., bis 185 kW |
Ford führt außerdem die Ausstattung Collection mit großem Akku. Die Ford-Modellseite weist sie derzeit aber als nur noch über Lagerfahrzeuge erhältlich aus. Prüfe deshalb vor der Bestellung die tatsächliche Verfügbarkeit.
Alle Listenpreise verstehen sich zuzüglich Überführung. Farbe, Wärmepumpe, Anhängerkupplung, Pakete und Winterräder können den Endpreis erhöhen. Ford-Preisliste für den Explorer
Die erste Kostenfalle: 9.000 Euro sind nicht nur der Akku
Der Standard Range startet als Style bei 39.900 Euro. Der günstigste Extended Range beginnt als Select bei 48.900 Euro.
Der Unterschied von 9.000 Euro bezahlt nicht nur die größere Batterie. Der Select hat auch eine andere Ausstattung. Ein direkter Vergleich ist deshalb nicht ganz fair.
Ein besserer Vergleich ist innerhalb der Premium-Ausstattung möglich:
| Premium-Version | Preis |
|---|---|
| Standard Range mit 58 kWh | 46.900 Euro |
| Extended Range mit 79 kWh | 52.900 Euro |
| Aufpreis für den großen Akku und stärkeren Motor | 6.000 Euro |
Für diese 6.000 Euro bekommst Du:
- ✓ 21 kWh mehr nutzbare Batteriekapazität,
- ✓ 70 kW mehr Leistung,
- ✓ rund 150 Kilometer mehr offizielle Reichweite,
- ✓ eine deutlich höhere Schnellladeleistung.
Das kann für ein einziges Familienauto sinnvoll sein. Für einen Pendler mit eigener Wallbox ist es oft nicht nötig.
Vergleiche deshalb nicht nur die Batterie. Stelle beide Autos mit Deiner gewünschten Ausstattung fertig zusammen und vergleiche erst dann den Endpreis.
Für wen reicht der Standard Range?
Der Standard Range passt gut, wenn Du:
- ✓ meistens weniger als 200 Kilometer am Tag fährst,
- ✓ zu Hause oder bei der Arbeit laden kannst,
- ✓ nur gelegentlich lange Autobahnstrecken fährst,
- ✓ keinen schweren Anhänger ziehen willst,
- ✓ den Kaufpreis möglichst niedrig halten möchtest.
Ford nennt je nach Ausstattung 410 bis 444 Kilometer WLTP-Reichweite. WLTP ist ein genormter Labortest. Er hilft beim Vergleichen, ist aber kein Versprechen für Deine persönliche Strecke.
Im Winter, bei hohem Autobahntempo und mit voller Beladung kann die Reichweite deutlich sinken.
Für einen täglichen Arbeitsweg von 50 oder 100 Kilometern bietet der kleine Akku trotzdem viel Reserve. Du musst dann normalerweise nicht jeden Tag laden.
Der größte Vorteil ist der Preis. Der größte Nachteil ist die langsamere Schnellladung mit höchstens 105 kW.
Wann lohnt sich der Extended Range mit Hinterradantrieb?
Der Extended Range mit Hinterradantrieb ist die vernünftige Reiseversion.
Er passt besser, wenn Du:
- ✓ den Explorer als einziges Auto nutzt,
- ✓ regelmäßig lange Strecken fährst,
- ✓ im Winter einen größeren Puffer möchtest,
- ✓ weniger Ladestopps einplanen willst,
- ✓ keine zusätzliche Leistung durch Allrad brauchst.
Ford nennt für den Select bis zu 602 Kilometer WLTP-Reichweite. Dazu kommen bis zu 183 kW DC-Ladeleistung.
Wichtig: Die höchste Zahl erreichst Du nicht automatisch. Räder, Ausstattung, Wetter, Geschwindigkeit und Beladung verändern die Reichweite.
Trotzdem ist der Unterschied zum Standard Range groß. Auf langen Fahrten bietet die 79-kWh-Batterie deutlich mehr Ruhe.
Brauchst Du den Allradantrieb?
Der Allrad-Explorer hat zwei Motoren und 250 kW Leistung. Er beschleunigt in 5,3 Sekunden von 0 auf 100 km/h.
Das ist schnell. Für den normalen Familienalltag brauchst Du diese Leistung aber nicht.
Allrad kann sinnvoll sein, wenn Du:
- ✓ regelmäßig einen schweren Anhänger ziehst,
- ✓ auf steilen oder rutschigen Wegen unterwegs bist,
- ✓ bewusst sehr viel Leistung möchtest,
- ✓ die höhere Traktion wirklich brauchst.
Die aktuelle Ford-Tabelle nennt folgende gebremste Anhängelasten bei 12 Prozent Steigung:
| Antrieb | Zulässige Anhängelast |
|---|---|
| Standard Range Hinterrad | 1.000 kg |
| Extended Range Hinterrad | 2.000 kg |
| Extended Range Allrad | 2.200 kg |
Für Wohnwagenfahrer kann das entscheidend sein.
Der Nachteil: Der Allrad kostet mehr und verbraucht mehr Strom. Seine offizielle Reichweite liegt deshalb unter der Version mit großem Akku und Hinterradantrieb.
Wie weit kommt der Ford Explorer wirklich?
Der ADAC testete den Explorer Extended Range Premium mit Allrad. Das getestete Auto gehörte zum früheren Modelljahr. Seine Werte dürfen deshalb nicht einfach auf den aktuellen Standard Range oder den aktuellen Hinterradantrieb übertragen werden.
Als Orientierung für den Allrad-Explorer ist der Test trotzdem hilfreich:
| Wert | ADAC-Messung |
|---|---|
| Reichweite | 445 km |
| Verbrauch einschließlich Ladeverluste | 19,2 kWh je 100 km |
| Nachgeladene Reichweite in 20 Minuten | 280 km |
| Laden von 10 auf 80 Prozent | rund 26 Minuten |
Der getestete Wagen hatte offiziell 536 Kilometer WLTP-Reichweite. Im ADAC Ecotest blieben davon 445 Kilometer. ADAC-Test des Ford Explorer Extended Range AWD
Das ist kein Winter-Stresstest. Bei Kälte und schneller Autobahnfahrt kann die Reichweite noch niedriger sein.
Mehr zum Unterschied zwischen WLTP und Alltag findest Du im Voltwärts Ratgeber zur E-Auto-Reichweite.
Laden: Der kleine Akku ist nicht automatisch schneller fertig
Alle aktuellen Explorer laden zu Hause mit bis zu 11 kW Wechselstrom. Das wird auch AC-Laden genannt.
Ford nennt von 10 auf 80 Prozent an einer 11-kW-Wallbox:
| Batterie | Ladezeit 10 bis 80 Prozent |
|---|---|
| 58 kWh Standard Range | 4 Std. 33 Min. |
| 79 kWh Extended Range Hinterrad | 5 Std. 57 Min. |
| 77 kWh Extended Range Allrad | 5 Std. 36 Min. |
Unterwegs ist der Unterschied größer:
- ✓ Standard Range: bis 105 kW, rund 26 Minuten von 10 auf 80 Prozent
- ✓ Extended Range Hinterrad: bis 183 kW, rund 29 Minuten
- ✓ Extended Range Allrad: bis 185 kW, rund 27 Minuten
Der große Akku braucht pro Ladestopp also nicht viel länger. Er nimmt in dieser Zeit aber deutlich mehr Energie auf und bietet mehr neue Reichweite.
Das macht den Extended Range auf langen Fahrten angenehmer.
Platz: familienfreundlich, aber kein Raumwunder
Der Explorer ist 4,47 Meter lang. Damit ist er kürzer als viele große Familien-SUVs.
Ford nennt:
- ✓ 532 Liter Kofferraum bei dachhoher Beladung,
- ✓ 472 Liter bis zur Oberkante der Rücksitze,
- ✓ bis zu 1.460 Liter bei umgeklappter Rückbank.
Der ADAC ermittelte nach seiner eigenen Messmethode 410 Liter bis zur Abdeckung und 1.364 Liter bei umgeklappter Rückbank.
Vorn und hinten gibt es viel Beinfreiheit. Der mittlere Platz im Fond ist laut ADAC aber schmaler und auf langen Strecken weniger bequem.
Nimm zur Probefahrt Deine echten Sachen mit:
- ✓ Kinderwagen oder Buggy,
- ✓ Kindersitz,
- ✓ Reisekoffer,
- ✓ Getränkekiste,
- ✓ Hundebox,
- ✓ Ladekabel.
Nutze dafür die Voltwärts Checkliste zur E-Auto-Probefahrt.
Die echten Nachteile des Ford Explorer Elektro
Der günstige Preis steigt schnell
39.900 Euro gelten für den Style Standard Range. Der Extended Range kostet mindestens 48.900 Euro. Premium, Farbe, Pakete und weitere Extras treiben den Preis weiter nach oben.
Die Wärmepumpe kostet extra
Ford berechnet laut Preisliste 1.100 Euro für die Wärmepumpe. Sie kann beim Heizen im Winter helfen, Energie zu sparen. Sie macht aus dem Auto aber kein Reichweitenwunder.
Viele Funktionen laufen über den Bildschirm
Auch die Klimaanlage wird über den großen Touchscreen bedient. Der ADAC kritisiert kleine Symbole und eine teilweise ablenkende Bedienung.
Teste deshalb während der Probefahrt:
- ✓ Temperatur ändern,
- ✓ Sitzheizung einschalten,
- ✓ Navigation starten,
- ✓ Ladeplanung öffnen,
- ✓ Scheiben beschlagfrei bekommen.
Die Materialien wirken teilweise günstig
Der ADAC bemängelt viel Hartplastik und einzelne Schwächen bei der Verarbeitung. Das ist bei einem Auto oberhalb von 50.000 Euro besonders ärgerlich.
Die normale Fahrzeuggarantie ist kurz
Ford nennt zwei Jahre Neuwagengarantie ohne Kilometerbegrenzung. Die Hochvoltbatterie ist acht Jahre oder 160.000 Kilometer abgesichert, je nachdem, was zuerst eintritt. Ford nennt dabei mindestens 70 Prozent Restkapazität. Prüfe vor dem Kauf trotzdem die vollständigen Garantiebedingungen. Ford: Garantie für Elektroautos
Das Auto ist breit und schwer
Mit Spiegeln ist der Explorer gut 2,06 Meter breit. Je nach Version wiegt er ungefähr zwei bis 2,2 Tonnen. Enge Parkhäuser und schmale Baustellenspuren solltest Du bei der Probefahrt bewusst testen.
Große Räder können Reichweite und Kosten verschlechtern
Der Style fährt serienmäßig auf 19-Zoll-Stahlrädern. Premium nutzt 20-Zoll-Räder. Größere Räder können teurere Reifen bedeuten und die Reichweite verringern.
Welche Alternativen solltest Du vergleichen?
Škoda Elroq
Der Elroq ist etwas kompakter und startet günstiger. Im Voltwärts Elroq-Modellcheck siehst Du, wann der Elroq 60 oder 85 sinnvoll ist.
VW ID.4
Der ID.4 nutzt eine verwandte technische Basis. Bedienung, Ausstattung, Angebote und Fahrgefühl unterscheiden sich trotzdem.
Škoda Enyaq
Der Enyaq bietet mehr Länge und einen großen Kofferraum. Er ist interessant, wenn Platz wichtiger ist als kompakte Außenmaße.
Tesla Model Y
Das Model Y bietet viel Stauraum und eine gut integrierte Ladeplanung. Die fast vollständige Bildschirmbedienung gefällt aber nicht jedem.
Kia EV3
Der EV3 ist kleiner und günstiger. Für Familien mit weniger Platzbedarf kann er die sparsamere Alternative sein. Mehr dazu steht im Voltwärts Kia-EV3-Modellcheck.
Vergleiche die Autos im Voltwärts Fahrzeugvergleich und fahre mindestens zwei Favoriten selbst.
Die Fünf-Fragen-Entscheidung
Beantworte vor der Bestellung diese Fragen:
- Fahre ich regelmäßig mehr als 250 Kilometer am Stück?
- Kann ich zu Hause oder bei der Arbeit laden?
- Brauche ich mehr als 1.000 Kilogramm Anhängelast?
- Reichen mir Ausstattung und Reichweite des Style?
- Wie hoch ist der vollständige Preis mit Überführung, Wärmepumpe, Farbe und Winterrädern?
Wenn Du fast nur im Alltag fährst und gut laden kannst, reicht der Standard Range meist aus.
Wenn der Explorer das einzige Auto der Familie ist und regelmäßig auf die Autobahn muss, ist der Extended Range mit Hinterradantrieb die entspanntere Wahl.
Allrad solltest Du vor allem wegen Anhängelast oder echtem Traktionsbedarf kaufen – nicht nur wegen der größeren Leistungszahl.
Fazit: Standard Range spart Geld, Extended Range spart Ladestopps
Der Ford Explorer Elektro ist ein praktisches Familien-SUV mit viel Platz auf überschaubarer Länge.
Der Standard Range Style kostet 39.900 Euro und reicht für Arbeitsweg, Stadt und normale Tagesstrecken meistens aus.
Der Extended Range Select kostet 9.000 Euro mehr. Dafür bekommst Du den großen Akku, mehr Ausstattung, deutlich mehr Leistung und bis zu 602 Kilometer offizielle Reichweite. Für regelmäßige Langstrecken ist er der bessere Allrounder.
Der Allradantrieb ist schnell und darf bis zu 2.200 Kilogramm gebremst ziehen. Ohne Anhänger oder echten Allradbedarf brauchst Du ihn aber nicht.
Wichtig ist der vollständige Endpreis. Wärmepumpe, Überführung, Farbe, Pakete und Winterräder gehören mit in den Vergleich.
Du möchtest prüfen, welche Batterie zu Deinen Strecken passt? Starte den Voltwärts E-Auto-Finder und vergleiche anschließend Deine Favoriten im Fahrzeugvergleich.
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Ford Explorer Elektro
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